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Baugeschichte

Baugeschichte 

Bevor in Rintheim – um 1715 – ein eigenes Schulgebäude zur Verfügung stand, mussten die Rintheimer Kinder nach Hagsfeld zur Schule gehen. Als Rintheim 1907 in die Stadt Karlsruhe eingemeindet wurde, versprach die Stadtverwaltung, ein neues Schulhaus zu bauen. Allerdings meinte man damals nicht die Heinrich-Köhler-Schule, sondern einen Neubau in Alt-Rintheim. Zur Einlösung des Versprechens kam es aber erst mit der Bebauung des Rintheimer Feldes nach dem zweiten Weltkrieg, denn die Schule am Weinweg konnte die vielen zu erwartenden Kinder nicht aufnehmen.

In einem ersten Bauabschnitt waren für diese Grund- und Hauptschule geplant: Vier Klassenzimmer, ein Handarbeitssaal, zwei Werkräume, ein Rektor-, ein Lehrer-, ein Lehr- und Lernmittel-, ein Hausmeisterzimmer und eine Hausmeisterwohnung. Der zweite Bauabschnitt sollte umfassen: Acht Klassenzimmer, einen Physiksaal, ein Religionszimmer, einen Singsaal, ein Elternsprechzimmer, zwei weitere Lehr- und Lernmittelzimmer, eine Hauswerkküche mit Unterrichtssaal und eine Turnhalle.

Rintheimer Hauptstraße.

Am 20. Dezember 1957 erfolgte der erste Spatenstich. Wegen des ungewöhnlich hohen Grundwasserstandes (der der Schule heute noch Probleme bereitet) wurde beschlossen, im Kellergeschoss keine Unterrichtsräume einzurichten. Am 4. November 1959 konnte der erste Bauabschnitt der „Rintheimer-Feld-Schule“ feierlich eingeweiht werden. Aus unerfindlichen Gründen wollte die Schule am Weinweg ihre Tochter aber nicht selbständig werden lassen und deshalb mussten Schüler und Lehrer fast täglich zwischen dem neuen Schulhaus und dem alten am Weinweg noch hin und her wechseln, bis ein Schulrat bei einem Schulbesuch eine regennasse Klasse ins neue Gebäude kommen sah und dann für den Unfug eine Erklärung wünschte. Auch zeigte sich schon nach einem Jahr Schulbetrieb eine drangvolle Enge. Im Keller wurden (nun doch) provisorisch Werkräume eingerichtet. Da es aber keine Kellertreppe im Gebäude gab, mussten die Schüler bei Wind und Wetter zum Unterricht als auch zum WC immer um das Gebäude herum durchs Freie gehen.

1961 besuchten schon 324 Schüler die Rintheimer-Feld-Schule in 9 Klassen. Die durchschnittliche Klassenstärke lag damals bei 36 Schülern pro Klasse. Bei diesem Neuanfang wurden die 46 Knaben und die 38 Mädchen des ersten Schuljahres sogar noch als reine Knaben- bzw. Mädchenklasse geführt.

1963 wurde der zweite Bauabschnitt begonnen. Während des Baus stellte sich überraschenderweise heraus, dass noch einige Grundstücke des Schulgeländes in privater Hand waren! 1966 hatte endlich jeder Lehrer und jede Klasse sein bzw. ihr Klassenzimmer. Doch schon mit Beginn des Schuljahres 1967/68 mussten auch noch Schüler des aus allen Nähten platzenden Kant-Gymnasiums aufgenommen werden. Diese „Außenstelle“ erhielt die zwei Werkräume im Keller des ersten Bauabschnitts. In einem rollierenden System musste allerdings sichergestellt werden, dass jede Normalklasse höchstens für die Dauer einer Woche in den Kellerräumen unterrichtet wurde, um dann wieder für mindestens eine Woche einen oberhalb des Kellers gelegenen Klassenraum zu beziehen. Im Keller des zweiten Bauabschnitts, der zunächst als Lagerraum für die Stadt vorgesehen war, wurden zwei Werkräume und ein Gymnastikraum eingerichtet. Gymnastik konnte aber nur im Sitzen ausgeübt werden, sonst hätte es wegen der niedrigen Raumhöhe Beschädigungen an der Decke gegeben. Dieser „Gymnastikraum“ wurde später zu zwei Werkräumen umgebaut, der Umkleideraum mit Waschbecken dient heute als Lehrerraucherzimmer und Serverraum.

Braune Hochhäuser.

Anfang der 1970er Jahre wurde das Rintheimer Feld baulich durch die braunen Hochhäuser „verdichtet“, eine städtebauliche und bevölkerungspolitische Sünde. Spielen war nur noch in Käfigen möglich. (Bester Blick auf diese Hochhauslandschaft aus dem Restaurant von Mann Mobilia!) Ein neue Kinderwelle rollte auf die Heinrich-Köhler-Schule zu. Wegen der drangvollen Enge erstellte die Stadt Karlsruhe 1972 an der Ecke Forststraße/Mannheimer Straße aus Fertigelementen ein Erweiterungsgebäude, den sog. Pavillon, mit acht Unterrichtsräumen. Die Außenstelle des Kant-Gymnasiums war mittlerweile zum eigenständigen Otto-Hahn-Gymnasium herangereift. Als dieses während des Schuljahres 1973/74 seinen Neubau in der Waldstadt beziehen konnte, freute man sich an der Heinrich-Köhler-Schule über das Ende des vor- und nachmittäglichen Schichtunterrichts. Doch die Freude währte nicht lange, denn die Raumsituation an den Karlsruher Schulen machte erneut eine Verlagerung notwendig: Kaum war das Otto-Hahn-Gymnasium ausgezogen, wurde die Tulla-Realschule einquartiert. Doch dafür reichten die Räume wieder nicht, so dass der Pavillon durch weitere acht Räume erweitert wurde.

Wegen der angespannten Raumsituation mussten damals auch wieder Kellerräume als Unterrichtsräume verwendet werden. Während für die Realschule mit mehreren Hunderttausend Mark Kellerräume „tiefergelegt“ und damit akzeptabler wurden, findet an der Heinrich-Köhler-Schule heute immer noch in den damals umgewidmeten und von der Raumhöhe nicht vorschriftsmäßigen Kellerräumen u.a. der komplette Technikunterricht statt.

Da die Schülerzahl an der Heinrich-Köhler-Schule 1975/76 etwa 700 erreichte, dann aber stetig zurück ging und die der Tulla-Realschule weiter anstieg, wurden immer wieder Realschüler in Zimmer der Heinrich-Köhler-Schule ausgelagert. Als Fazit kann man feststellen, dass die Rintheimer-Feld- bzw. Heinrich-Köhler-Schule in 47 Jahren Schulgeschichte nur ein Jahr ein optimales Raumprogramm genießen konnte.

Quelle: Hartmut Meny.